Der erste Schritt

By , 17. September 2006

Unter Datenbankdesign ist die Abbildung der realen Objekte nach Tabellen sowie die Abbildung der Abhängigkeiten dieser realen Objekte untereinander als Beziehungen.

Der erste Schritt beim Erstellen einer neuen Access-Anwendung ist, dass man sich über die reale Welt die man abbilden möchte im Klaren wird, dass man die funktionalen Zusammenhänge der einzelnen Objekte erfasst, und dass man über die Funktionen die mit oder durch die einzelnen Objekte ausgeführt werden sollen nachdenkt.

Unter Objekte versteht man die Beteiligten die in der realen Welt, die man abbilden möchte, vorkommen, also z.B. können das Kunden, Bücher, Rechnungen oder Lieferscheine sein. Am einfachsten lassen sich die Objekte identifizieren wenn man aus der Aufgabenstellung heraus alle Hauptwörter unterstreicht. Aber nicht alle Hauptwörter taugen zu einem Objekt, das herauszufinden bedarf es etwas Ãœbung und Erfahrung.

Im einfachsten Falle geht man her und nimmt ein paar leere DIN A4 Blätter und ein Kugelschreiber und „malt“ das System das man abbilden möchte auf. Hierbei eignet sich z.B. die UML Darstellung gut, d.h., Prozessbeteiligte (Objekte) werden als Rechteckte gemalt, und die Verbindungen zwischen den Prozessbeteiligten (Z.B. Buch, ein Buch hat mehrere Seiten, also gibt es eine Verbindung zwischen dem Buch und den Seiten) werden als Linien gezeichnet.

Innerhalb des Rechtecks der Objekte kommen jetzt folgende Informationen hinein. Objektname, Objekteigenschaften (Datenfelder mit Datentyp) sowie die Funktionen der Objekte.

Beispiel:

  1. Objektname: Buch
  2. Objekteigenschaften: Titel String(50), Autor String(25), Seitenzahl Integer(8)
  3. Objektfunktionen: ausleihen(), zurückgeben(), kaufen(), einräumen(), ausmustern()

Diese Arbeit ist für den Erfolg einer Datenbankentwicklung äußerst wichtig, wenn auch unbeliebt bei vielen.

Aus den identifizierten Objekten werden innerhalb Access Tabellen. Aus den Eigenschaften der Objekte werden die Tabellenfelder. Beispielsweise im Falle des Objektes Buch lassen sich als Eigenschaften z.B. die folgenden ermitteln:

  • Buchtitel
  • Autor
  • Seitenzahl
  • ISBN
  • Verlag
  • etc.
Zu jeder Eigenschaft gehört eine bestimmte Ausprägung. Z.B. der Buchtitel können Buchstaben und Zahlen enthalten, während die Seitenzahl nur Zahlen enthält. Feldeigenschaften

Aus den Ausprägungen werden die Felddatentypen der einzelnen Felder ermittelt und in der Entwurfsansicht der Tabellen eingetragen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Einfügen von Beziehungen zwischen den Tabellen. Dazu liefert uns die reale Welt wieder die Vorlage dazu. Dazu mal ein klein wenig ausführlicheres Beispiel.

Gegeben sei als Vorlage eine Rezeptverwaltung eines Bäckers. Dazu stellen wir folgene Prämissen auf:

1 Bäcker erstellt 1 oder mehrere Rezepte
1 Rezept wird von genau 1 Bäcker erstellt

1 Rezept besteht aus 1 oder mehreren Zutaten
1 Zutat gehört zu 1 oder mehreren Rezepten

Ersetzen wir jetzt den Ausdruck „1 oder mehrere“ durch „n“, denn n steht für eine unbekannte, theoretisch unendliche Anzahl, dann haben wir schon die Verbindung zwischen Bäcker und Rezept, nämlich 1:n.

Da innerhalb eines Rezeptes mehrere Zutaten sein können und jede einzelne Zutat in mehreren Rezepten vorkommen kann spricht man hier von einer n:m Beziehung (aus n:n macht man n:m). Aber innerhalb Access kann man keine n:m Beziehungen erstellen, daher muss man diese Beziehung auflösen in 2 mal 1:n Verbindungen. Das wird durch eine zusätzliche Tabelle realisiert welche die Primär-Schlüssel der Tabellen Rezept und Zutaten enthält, doch wie das gemacht wird wird an anderer Stelle erklärt werden.

Weiterführende Links zum Thema sind z.B.:

Martin Asal
Achim Röhl
Download-Skript der 7. AEK

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