David gegen Goliath: Wink vs. Camtasia Studio

By , 8. Februar 2007

Getestet wurde auf einem Windows XP SP2 System die frei erhältliche Software Wink in der Version 2.0 sowie die kommerzielle Software Camtasia Studio in der aktuellen Version 4.0, letztere freundlicherweise von TechSmith Corp. zur Verfügung gestellt.

Beim Start beider Systeme handelt sich Camtasia Studio erste Pluspunkte für die Benutzerführung ein, die einen bis zum Ende der Bildschirmaufnahme begleitet. Bei Wink muss man erst mal suchen wie man die Aufnahme starten kann. Die Graphische Oberfläche beider Systeme unterscheiden sich grundlegend.

Wink kommt sehr spartanisch daher, 1 Symbolleiste, 1 Block zum Anzeigen von Eigenschaften und Bearbeitungsmöglichkeiten, und ein ansonster beim Start leerer Bildschirm. Bearbeitungsmöglichkeiten werden bei Rechtsklick im Kontextmenü angezeigt. Camtasia Studio dagegen zeigt bereits beim Start welche Möglichkeiten sich bei der späteren Bearbeitung ergeben.

Die Oberfläche von Camtasia Studio bietet folgende Komponenten:

  • Timeline
  • Storyboard
  • Interner Medienbrowser
  • Taskliste
  • Clip Auswahlfenster

Das Herzstück für die Bearbeitung der Clips bildet die Timeline. Die Timeline besteht aus einer Videospur, mehreren Audiospuren, Spuren für Ãœberblendeffekte, Bilder, sog. Callouts und weitere. Auf der Timeline werden die Medienclips positioniert und bearbeitet.

Timeline mit Bearbeitungspuren
Spuren der Timeline
Bearbeitung Timeline
Taskliste mit Bearbeitungs- und Produktionsmöglichkeiten Die Taskliste zeigt, welche Möglichkeiten der Bearbeitung und der Produktion bestehen. Sie können neue Clips, Bilder oder gesprochenen Kommentar hinzufügen, können Ãœberblendeffekte zwischen einzelnen Clips oder Bildern einfügen, Kommentartexte oder Callouts einfügen. Callouts sind z.B. Sprechblasen, Hinweispfeile etc. Eine Besonderheit ist z.B. der unscharfe Callout, mit dem Sie bestimmte Bereiche unkenntlich machen können. Neu in der Version 4 ist auch die integrierte Audio-Aufnahmefunktion für gesprochenen Kommentar.
Camtasia Studio stellt Audiofilter bereit um Störgeräusche wie Mausklicks, Atemgeräusche oder Geräusche des PC-Lüfters herauszufiltern.
Für die Produktion des Videos werden verschiedene Möglichkeiten angeboten. Das Video bzw. die Tonspur lässt sich im Format Flash (swf oder flv), WMV, MOV, AVI, für Ipod, MP3 Audio, Real Media, Animiertes Gif etc. speichern. Zahlreiche Optionen bei der Produktion dienen zur Optimierung des produzierten Videos.
 

Die Oberfläche von Wink dagegen wirkt recht spartanisch. Bei klick auf neues Projekt öffnet sich ein Fenster das den Benutzer durch die Aufnahme des Bildschirms führt. Wink bietet als Aufnahmefläche den ganzen Bildschirm, bestimmte Fenster, fest definierte Größen oder benutzerdefinierte Größen an. Die Erkennung der Fenster funktioniert in Wink ebenso gut wie in Camtasia Studio, was mich schon positiv überrascht hat. Außerdem kann man Sprache aufzeichnen und die Framerate einstellen. Es ist allerdings etwas ungewohnt mit Wink eine Aufnahme zu machen, da Wink nicht automatisch zum Desktop wechselt. Dies muss bei der Aufnahme erst voreingestellt werden.

Angeboten zur Aufnahme wird Screenshot, zeitgesteuerter Screenshot und Eingabe-Screenshot. In der Bedienung zeigen sich erste Schwächen bei Wink. Ich wähle als Fläche Fenster aus, und klicke auf „Fenster wählen“. Bei Camtasia würde jetzt automatisch das aktuelle Fenster versteckt werden, um ein darunter liegendes Fenster auszuwählen. Nicht so bei Wink. Man muss zuerst Wink minimieren damit man an das Fenster darunter kommt. Dann wieder Wink in den Vordergrund holen und auf Fenster auswählen klicken. Aber Fenster die direkt unterhalb des Wink Fensters liegen und kleiner als dieses sind lassen sich nicht auswählen.

Einstellungen und Eigenschaften Eigenschaften und Einstellungen werden in Wink in einem Block dargestellt. Es lassen sich ähnlich wie in Camtasia Studio auch Callouts, Bilder und Texte einfügen, aber vom Umfang und der Qualität meiner Meinung nach nicht mit Camtasia Studio vergleichbar. Das ganz große Manko ist das Fehlen einer Timeline zur zeitlichen Anordnung der Medien. Dadurch werden die Bearbeitungsmöglichkeiten der Clips auf ein Minimum reduziert. Was die Produktion des Videos angeht so bieten sich hier ähnliche Möglichkeiten wie bei Camtasia Studio.

Fazit

Wink hat mich am Anfang positiv überrascht mit der Aufnahme von einzelnen Fenstern und Bereichen, entäuschte jedoch in der Handhabung und den fehlenden Bearbeitungsmöglichkeiten in einem Zeitverlauf. Wink bietet aber auf jedenfall die Basics um Bildschirmaktionen aufzuzeichnen und zu produzieren. Der größte Pluspunkt von Wink jedoch ist, dass es kostenlos ist – Komfort in der Handhabung und Bearbeitung darf man aber nicht erwarten.

Camtasia Studio entpuppte sich im Vergleich als professionelles Werkzeug für anspruchsvolle Bildschirmpräsentationen wie z.B. für Produktpräsentationen, Video-Anleitungen und mehr. Camtasia Studio besticht durch eine gute Menüführung und hervorragende Bearbeitungsfunktionen auf der Timeline. Wer häufiger professionelle Präsentationen oder Schulungsvideos produziert, wird um den Einsatz von Camtasia Studio nicht umherkommen.

Camtasia Studio kostet als Einzel-Lizens ca. 290 Euro, Wink ist Freeware und kostenlos erhältlich.

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